„Was machst du denn hier, du Behinderte? Tanya wohnt jetzt hier!“, sagte mein Mann, als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam.

Der Schlüssel drehte sich schwer im Schloss, als wäre das Loch in diesen sechs Monaten verrostet. Oder vielleicht meine Finger, übersät mit Narben, die gerade erst zusammengewachsen waren, hatten die gewohnte Bewegung vergessen.

Der Geruch des Treppenhauses — Katzen, Feuchtigkeit und etwas Fremdes, Scharfes — schlug mir entgegen: ein billiger Lufterfrischer, den ich nie benutzt hatte.

Der Aufzug funktionierte nicht, also stieg ich zu Fuß bis zum zweiten Stock, die gesunde Hand am Geländer festhaltend. Die linke, in Metallstützen gefesselt, hing leblos an meinem Körper. Die Ärzte hatten gesagt: so bleibt es. „Invalidität — regeln Sie die Papiere“, hatten sie hinzugefügt.

Ich weinte nicht. Tatsächlich hatte ich in diesen sechs Monaten kein einziges Mal geweint. Ich wusste nicht mehr wie. Vielleicht waren alle Tränen in diesem zerstörten Auto zurückgeblieben, im Geruch von Benzin und zerfetztem Metall.

Die Wohnungstür war mit neuem, hellbraunem Kunstleder versehen, glänzende Streifen. Roma und ich hatten seit drei Jahren den Austausch geplant, aber nie umgesetzt.

Doch er schien Motivation gefunden zu haben. Ich steckte meinen Schlüssel ein — er drehte sich nicht. Drinnen war ein anderes Schloss. Ich musste klingeln.

Die Klingel war neu, melodisch. Ihr Klang hallte durchs Treppenhaus, und etwas Unangenehmes zog mir den Magen zusammen. Schritte. Leichte, schnelle Schritte. Nicht Romas. Er ging schwerfällig, mit voller Sohle — ich hatte immer gesagt, er trampelt wie ein Elefant. Das hier waren die Absätze.

Die Tür sprang auf. Auf der Schwelle stand eine fremde Frau, in einem kurzen Morgenmantel, blonde Haare in Lockenwicklern, das Gesicht frech, satt. Hinter ihr roch es nach Pommes, und der Fernseher lief.

— Wer bist du? — fragte sie, kaute gelangweilt Kaugummi.

Ich sah sie an, sagte nichts, und mein Blick wanderte auf den Flur. An der Garderobe, wo mein Mantel hing, hing nun eine grellrosa Jacke — ihre. Romas Lederjacke verschwunden. Auf dem Regal, wo meine Hausschuhe standen, rosa, flauschige Pantoffeln.

— Ich wohne hier — sagte ich leise. Meine Stimme fremd, rau.

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