Natalia trat aus dem Postamt und hielt ein schweres Paket an ihre Brust gedrückt. Der Wind schnitt sofort eisig in ihr Gesicht. In der Vorweihnachtszeit war der Parkplatz bis zum Bersten gefüllt, Menschen rannten mit Taschen umher, doch direkt vor dem Eingang des Busbahnhofs herrschte Stille. Als sei die Leere selbst dort eingezogen.
Auf einer eisigen Metallbank saßen zwei Menschen. Ein alter Mann in einem grauen Mantel, und eine kleine Frau, in einen abgenutzten Mantel gehüllt.
Der Mann hielt die Frau so fest, als wolle er mit ihr eins werden, als wolle er ihr die letzte Wärme seines Körpers übergeben. Auf dem Gesicht der Frau hatten sich echte Eisstreifen gebildet — ihre Tränen waren unterwegs gefroren.
Natalia warf das Paket in den Kofferraum und lief fast zurück zu ihnen.

— Was machen Sie hier? — berührte sie die Schulter des alten Mannes. Das Material seines Mantels war hart wie Karton. — Die Station ist geöffnet, kommen Sie rein!
Der Mann hob den Kopf. Seine Haut war grau, die Lippen bläulich, nur seine Augen glühten.
— Wir können nicht, — sagte er mit rauer, kratziger Stimme. — Unser Sohn hat gesagt, wir sollen hier warten. In der Nähe des Eingangs. Damit er uns in der Menge nicht suchen muss.
